Article

Ermittlung der umweltbedingten Krankheitslast durch Straßenlärm in Hessen (vor Ort)

* Presenting author
Day / Time: 22.03.2022, 15:40-16:20
Room: 57-05
Typ: Poster
Online-access: Bitte loggen Sie sich ein, damit weitere Inhalte sichtbar werden (bspw. der Zugang zur Onlinesitzung).
Information: Die Poster sind von Dienstag morgen bis Donnerstag nachmittag in der hier angegebenen Posterinsel bzw. hier als PDF im jeweiligen Posterbeitrag einsehbar. Das Posterforum zu diesen Postern findet im hier genannten Zeitraum im angegebenen Saal statt. Für weiterführende Diskussion verabreden Sie sich bitte mit der/dem jeweiligen Autor(in) am Poster oder nutzen den virtuellen Pausenraum. Dieser steht während der DAGA und auch danach zur Verfügung.
Abstract: Ausgehend von der detaillierten Staßenlärmkartierung des HLNUG ab L24h > 40 dB(A) und anderen Lärmmetriken, haben wir die DALY (engl. "Disability Adjusted Life Years", Verlorene gesunde Lebensjahre) für Straßenlärm für Endpunkte mit aus der Literatur (WHO-Reviews und Norah, Modul Krankheitsrisiken) bekannten Dosis-Wirkungsfunktionen ermittelt. Dazu haben wir den bevölkerungsbezogenen Anteil für Herz-Kreislauf- und depressive Erkrankungen mit publizierten Schätzern für das relative Risiko ermittelt und dann mit geeigneten DALY-Prävalenzen multipliziert. Für hochgradige Belästigung und hochgradige Schlafstörungen haben wir ebenfalls publizierte Dosis-Wirkungsfunktionen verwendet, um die Krankheitslast abzuschätzen.Insgesamt schätzen wir 26.501 DALYs insgesamt oder 435 DALYs /100.000 Personen für das Jahr 2015, welche auf Straßenlärm in Hessen zurückzuführen sind. Für eine hypothetische gleichförmige Straßenlärmreduktion um 3 dB schätzen wir eine Reduktion von 23 % dieser Krankheitslast.Unsere Ergebnissen lassen vermuten, dass die attributable Krankheitslast von Straßenlärm in Hessen in der selben Größenordnung liegt wie z.B. die anderer, deutlich besser erforschten Umwelt-Risikofaktoren wie Feinstaub. Das HLNUG erwägt, den Ansatz der umweltbedingten Krankheitslast inklusive adäquater Unsicherheitsbetrachtungen auf weitere Risikofaktoren auszuweiten und zur Politikberatung einzusetzen.