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Einfluss von Tonhöhenmerkmalen auf die Sprechertrennung (vor Ort)

* Presenting author
Day / Time: 23.03.2022, 15:20-15:40
Room: 57-04
Typ: Regulärer Vortrag
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Abstract: Der Mensch ist in der Lage, in einer akustischen Situation mit mehreren gleichzeitig präsenten Sprachsignalen den für ihn relevanten Sprachanteil vom Umgebungsgeräusch zu separieren und zu verstehen. Für diese Aufgabe werden verschiedene Unterscheidungsmerkmale genutzt. Die sprechende Person kann beispielsweise anhand binauraler Informationen lokalisiert und so das betreffende Sprachsignal von dem anderen Sprecher:innen getrennt werden. Zusätzlich werden monaurale Merkmale wie die spektrale Einhüllende (Timbre) oder die Tonhöhe genutzt. Ziel dieser Untersuchung ist es, den relativen Einfluss von zur Sprechertrennung nutzbaren Tonhöhen- und Timbreinformationen auf die Sprachverständlichkeit zu anhand von Signal- Störgeräuschabständen quantifizieren. Zu diesem Zweck wurde in einem adaptiven Verfahren der für 50% Sprachverständlichkeit bei einem Matrixsatztest nötige Pegel ermittelt. Der Versuch wurde für zwei Zielsprecher:innen durchgeführt, das Störgeräusch wurde aus in der Tonhöhe manipulierten Sprachausschnitten dieser zwei Zielsprecher:innen erzeugt. Für Situationen, in denen ein größerer Überlapp zwischen den Tonhöhen des Ziel- und Störgeräuschs vorhanden ist, wurde ein höherer Pegelabstand für 50% Sprachverständlichkeit benötigt als für Situationen, in denen die Tonhöhen nur gering überlappen. Dieser Effekt konnte für Konditionen, in denen Ziel- und Störgeräusch von identischen oder verschiedenen Sprecher:innen stammen, beobachtet werden. Analysen der verwendeten Audiosignale bezüglich der Tonhöhe und zeitlich-spektraler Merkmale werden im Zusammenhang mit den Hörversuchsdaten diskutiert.