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Subjektive Lautheitsbewertung unter Einfluss situativer und personenbezogener Faktoren (vor Ort)

* Presenting author
Day / Time: 22.03.2022, 13:40-14:00
Room: 9-0208
Typ: Regulärer Vortrag
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Abstract:

Untersuchungen zur Lautheit werden zumeist unter kontrollierten Laborsituationen mit definierten Stimuli durchgeführt. Dagegen zeigten eine Vielzahl an Forschungsarbeiten zur subjektiven Geräuschbewertung und zum Musikhörverhalten Einflüsse nicht-auditiver, auch zeitlich fluktuierender Variablen. Hierzu zählen z.B. die momentane Stimmung, die empfundene Kontrolle über die Situation, die ausgeübte Tätigkeit oder die mentale Belastung. Daher untersuchten wir im Rahmen einer Experience-Sampling-Studie, welche personenbezogenen und situativen Einflussfaktoren neben akustischen Größen die Lautheitsbewertung alltäglicher Schalle vorhersagen. Hierzu berichteten 105 Probanden mittels Smartphone in einem Zeitraum von jeweils zehn konsekutiven Tagen insgesamt über 6000 alltägliche Geräuschumgebungen im persönlichen Haushalt und zeichneten diese binaural auf. Die empfundene Lautheit wurde als Zielgröße mit dem Kategorien-Unterteilungsverfahren erhoben, während sie für die Tonaufzeichnungen berechnet wurde. Die Teilnehmer*innen bewerteten die Geräuschsituationen u.a. in Hinblick auf ihre affektive Qualität und die empfundene Kontrolle und nannten die Tätigkeit, die sie direkt vor der Befragung ausgeübt hatten. Zur Vorhersage der Lautheitsbewertung wurden lineare gemischte Modelle unter Berücksichtigung der hierarchischen Datenstruktur berechnet. Mittels Lasso Regularisierung wurden relevante Einflussfaktoren ausgewählt und Überanpassung und Multikollinearität vermieden. Die Ergebnisse der Feldstudie liefern eine Einschätzung, inwiefern bestimmte Situations- und Personeneigenschaften die rechnerische Lautheitsbewertung von Alltagsgeräuschen ergänzen können, um optimierte Prognosen des Geräuschempfindens und der daraus erfolgenden Geräuschwirkung zu erzielen.