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Zeichentheoretische Grundlagen zur Gestaltung einer lebenswerten akustischen Umwelt (vor Ort)

* Presenting author
Day / Time: 24.03.2022, 14:00-14:20
Room: 47-03
Typ: Regulärer Vortrag
Session: Sound Design
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Abstract: Auf Basis des von Charles S. Peirce begründeten triadischen Zeichenbegriffs wird eine Analyse-Synthese-Strategie zur akustischen Gestaltung entwickelt. Dazu wird der Begriff des Synoptischen Feldes eingeführt und eine formale Struktur erörtert, die auf der Peirce’schen Unterscheidung von Erstheit, Zweitheit und Drittheit basiert.Die Akustik bietet ein ideales Anwendungsfeld für solche Semiose-Anwendungen, die auf einem Schichtenmodell beruhen und neben analytischen psychoakustischen Parametern auch holistische oder integrale Wahrnehmungsbeurteilungen („Qualia“, unter Berücksichtigung von Emotion, Akzeptanz und individueller Beurteilung) einbeziehen. Das wird an noch nicht veröffentlichten Beispielen illustriert, die inzwischen weltweit vermarktet wurden.Es wird dann gezeigt, dass die in über 450 Anwendungsprojekten empirisch entwickelte Methodik für die akustische Gestaltung ein Semiose-Schalenmodell nach Peirce repräsentiert, welches das Zusammenspiel von Engineering und Künstlertum als ausbalanciertes System exogener und endogener Prozesse beschreibt. Leitender Gesichtspunkt ist dabei die Lust am Gestalten. Hier bieten sich nun überraschende Bezüge der Zeichenlehre zur Neurophysiologie der ventralen, dorsalen und limbischen Pfade im Gehirn. Inneres Erleben (Subjektbezug, Drittheit) und äußere Reizgrößen (Objektbezug, Zweitheit) werden Teil des triadischen Schemas.